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Grundlage jedes rechtsextremen Weltbildes und jeder rechtsextremen Argumentation ist die Schaffung von Feindbildern. Rechtsextreme Ideologie bietet keine positiven Werte, die für sich alleine stehen können, sondern funktioniert immer nur in Abgrenzung zu als negativ wahrgenommenen Erscheinungsformen. Wichtig ist, dass es nicht um Gegnerschaft, sondern um Feindschaft geht. Bei einem Gegner geht es um Konkurrenz, bei einem Feind um Vernichtung. Damit ist ein gewalttätiger Denkansatz grundsätzlicher Bestandteil des Rechtsextremismus, auch wenn dies nicht immer in die Tat umgesetzt wird.
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Eng verbunden mit der Ideologie der Ungleichheit der NPD ist ihr Rassismus. In der Außendarstellung der NPD herrschen dabei nicht so sehr Reden von „höher-“ und „minderwertigen“ Menschen vor. Vielmehr steht im Mittelpunkt die Volksgemeinschaft, bei der Menschen nicht als Individuen, sondern ausschließlich in ihrer Zugehörigkeit zu einem Volk wahrgenommen werden. Dabei kann ein Mensch nicht frei entscheiden, in welchem Land er leben, welche Staatsangehörigkeit er annehmen möchte. Über die Zugehörigkeit zur Volksgemeinschaft entscheiden demnach Abstammung, Geschichte, Sprache und Kultur. In einer Schulungsbroschüre der NPD heißt es dazu: „Angehörige anderer Rassen bleiben deshalb körperlich, geistig und seelisch immer Fremdkörper, gleich, wie lange sie in Deutschland leben, und mutieren durch die Verleihung bedruckten Papiers nicht zu germanischstämmigen Deutschen.“ Damit beansprucht die NPD die Deutungshoheit für sich zu entscheiden, was „deutsch“ und was Kultur ist.
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Zur Selbstinszenierung der NPD gehört auch, sich als demokratische Partei darzustellen, wie auch schon der Parteiname verdeutlicht. Das Grundgesetzt der Bundesrepublik Deutschland benennt Freiheit und Gleichheit jedes Menschen als zentrale Werte. Jeder Mensch hat hier unveräußerliche Rechte, die vom Staat geschützt werden und von diesem nicht ohne weiteres eingeschränkt werden dürfen.
Diese Wertvorstellungen werden von der NPD systematisch bekämpft. Im Mittelpunkt steht hier nicht der selbstbestimmte Mensch, sondern die Volksgemeinschaft, der sich der Einzelne bedingungslos unterzuordnen hat. Dieser kann man nicht einfach beitreten, sondern gehört ihr schicksalhaft durch Abstammung an. Anspruch auf staatliche Leistungen und Unterstützung haben nur die Menschen, welche der Volksgemeinschaft angehören.
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Es gehört zu den Glaubensätzen jedes Rechtsextremisten, dass er glaubt, sein Land werde schon immer von außen bedroht und sei schon immer Opfer anderer Länder gewesen. Dies propagiert also zwangsläufig auch die NPD!
Eigentlich behauptet sie gerne, eine gegenwartsorientierte Partei zu sein, wenn ihr die Hinweise auf ihre geistige Nähe zu Adolf Hitler, dem Dritten Reich und der nationalsozialistischen Ideologie unangenehm werden. Aber trotz ihrer Bemühungen, Diskussionen zum Thema von sich fernzuhalten, basiert die Propaganda der NPD zu einem großen Teil auf Geschichtslügen.
Die NPD behauptet, dass die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen dazu diene, das Selbstbewusstsein der Deutschen zu brechen und einen „Schuldkult“ zu betreiben. Um die Legitimation der historischen Aufarbeitung zu leugnen, relativiert die NPD die Verbrechen des Nationalsozialismus und die Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg. Zwar sind NPD-Vertreter (meistens, aber nicht immer) geschickt genug, den Holocaust nicht direkt zu leugnen. Aber sie tun gerne so, als werde dieser überbetont.
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Gerne greift die NPD soziale Themen auf in der Hoffnung auf breite Resonanz bei den Wählern. So präsentierte sie sich bei den sächsischen Landtagswahlen 2004 weniger mit ihren „klassischen“ Themen aus den Bereichen Ausländerfeindlichkeit und Geschichtsfälschung, sondern in erster Linie als eine Protestpartei gegen Hartz IV. Heute lautet eine NPD-Parole „Sozial geht nur national“. Die NPD tut so, als könne sie die Globalisierung aufhalten und predigt wirtschaftliche Abschottung – dass dies für ein Exportland wie Deutschland erst recht zu noch mehr Einkommenseinbußen und Massenarbeitslosigkeit führen würde, verschweigen die Nationaldemokraten natürlich geflissentlich.
Die vermeintliche soziale Ader der NPD entspringt durchaus nicht der reinen Menschenliebe. Im Gegensatz zu Demokratinnen und Demokraten, für die die Würde des Menschen ein allgemeingültiger Wert ist, der für alle Menschen ohne Unterschied gilt, erklärt die NPD das „Volkstum“ zur „Grundlage“ der Menschenwürde (Parteiprogramm der NPD). Und da die NPD die Menschenrechte als „ideologisches Konstrukt“ diffamiert (Dresdner Schule), fehlt ihr jede Grundlage für eine echte Sozialpolitik.
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Natürlich bekennt sich die NPD nicht offiziell zum Antisemitismus, aber es wird immer wieder deutlich, dass NPD-Kader antisemitischen Vorstellungen anhängen. Oft kommt ihr Antisemitismus verklausuliert daher. Wenn beispielsweise von der „Ostküste“ als Ursprung allen Übels gefaselt wird, dann ist damit die Wall Street und der angeblich jüdische Kapitalismus gemeint. Damit wird lediglich ein uraltes antisemitisches Klischee des Juden als „Wucherer“ bemüht.
In einer internen „Handreichung für die öffentliche Auseinandersetzung“ wird die NPD deutlicher. Hier wird das „Große Geld“ als „seinem Wesen nach jüdisch-nomadisch“ bezeichnet. Es habe das „seinen politisch-militärisch beschirmten Standort vor allem an der Ostküste der USA“. Das Bild des „jüdischen Nomadentums“ ist ebenfalls uralt. Es basiert auf der Vorstellung, dass Juden grundsätzlich als heimatlos und zu keinem Volk zugehörig zu betrachten seien. So erscheinen die Juden in der Weltsicht der Antisemiten als „Fremdkörper“, die den Völkern angeblich schaden.
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